Weinprobe – auf Pfälzer Art

 

Eine original pfälzer „Weinprob'“ zu erleben, ist für

 

Einheimische und Gäste ein ganz besonderes Erlebnis.

 

Bitte vergessen Sie an dieser Stelle alles, was Sie vielleicht

 

über „hochdeutsche“ Weinproben gelernt haben.

 

 

 

Wir laden Sie ein:

 

Erleben Sie die Pfalz als Pfälzer! Lassen Sie sich ein, auf  die eigenwillige Schönheit unserer Sprache und lernen Sie

 

den Pfälzer dort kennen, wo er seinen angestammten  Platz am liebsten einnimmt, unter Freunden beim

 

„Schobbe Wei'“.

 

Weinproben geschilderten Zuschnitts organisieren wir für Gesellschaften ab 10 Personen in  unserer Straußwirtschaft oder gerne auch bei Ihnen zu hause.

 

Bei Fragen zu Terminen oder dem Ablauf einer Weinprobe kontaktieren sie uns einfach persönlich per Telefon oder hier über das Kontaktformular.

 

 

 

 

 

Die Weinprob`

 

Die Weiprobierstubb is net groß, fer sticker Zwanzich langt se bloß,

 

mer sitzt dann eng, doch des is richtig, weil´s fer die Stimmung ziemlich wichtig.

 

Tisch un Stihl aus erschder Wahl, derb un kräftig, ruschtikal,

 

die Wänd‘ vertäfelt, fascht bis nuff, un‘ uff äm‘ Brett Figure druff.

 

De Hans stellt, wie in jedem Johr, die Weincher seine Freunde vor.

 

Jedes Johr dieselwe Clique, echte Pälzer, groß im Schlicke.

 

Ohne beide niemols ging’s: de Nochber rechts, de Nochber links,

 

un änner fehlte ach noch nie: des is de Nochber vis á vis,

 

Mittlerweile sin se kumme, de Hans begrießt un‘ Platz genumme,

 

jetzt noch schnell die Kerze aa, die erscht Flasch uff, de Hans fangt aa.

 

Er fiehlt sich in sei´m Element, wie en dohinn ein jeder kennt,

 

jetzt tut er net bloß Wei probiere, er kann des richtig zelebriere.

 

De erschte is en Kernerwei, de nächschte muß en Riesling sei,

 

dann kummt, de zieht der, weil so trocke, die Schuh schun aus mitsamt de Socke.

 

Spätles kummt ab Nummer zeh, un so muß´s ach weitergeh,

 

Gewürztraminer, spät gelese, en Troppe werklich auserlese.

 

Bis hin zu de Spezialidäte, doch des sin echde Raridäte.

 

Als Spitze will de Hans beschere, e Auslese vun de Trockebeere.

 

Die verkaaft de Hans nit mehr, heit ausmahmsweis kummt äni her,

 

un in den Wei, den gute, do tunken se die Schnute.

 

Normal wär jetzt die Prob am End, doch net beim Hans, wie mer den kennt,

 

loßt der sei Gäscht jetzt ab sofort, weitertrinke jedi Sort,

 

un wirrer kreiz un wirrer quer, viele fallt schun ´s Babble schwer.

 

Weißwei, Rotwei, Rosé und Kabinett – heit geht kenner nüchtern ins Bett.

 

Riesling, Kerner un‘ Silvaner, Ortega, Morio un ach Rivaner,

 

trocke, lieblich, würzig ,sieß: Am Schluß hot jeder sei Gemies.

 

De Hans wird vornehm, gibt sich flott, wann er, wie heit, än sitze hot,

 

dann spricht er hochdeitsch wie noch nie und sagt zu seine Freunde „Sie“ :

 

„Meine Herrn, es ist sowoit, die Probe ist beendet heut,

 

sehn sie mich nur a noch verschwommen, ist Ihnen doch mein Wein bekommen.

 

Sie kennen jetzt den Quell der Kraft, aus dem der brave Winzer schafft,

 

ein langer Weg für Euer Wohl: Wingert, Oechsle, Alkohol.

 

 

 

Quelle: Frei nach „E paar Drobbser“ von Richard Müller, Germersheim